hinter den spiegeln


Homunculus

verwirrendes — geschrieben von sklavin23 @ 17 Februar, 2008 18:27

Unser Leben nur eine mikroskopisch kleine, nur einen Lidschlag andauernde Ungewissheit, eingerahmt von der völligen Unmöglichkeit, das Davor und Danach zu begreifen..... das ganze Leben nur ein schwacher Abglanz unserer fragmentarischen Wahrnehmung..... nur gespiegelte Schatten auf unserer Netzhaut .... untermalt vom fernen Echo des alles verschlingenden Rauschens der Zeit....

Die einzige Gewissheit, die uns zugestanden wird.... nein, gegeben ist uns nur der Glaube zu wissen ..... die einzige Gewissheit ist unsere Existenz selbst, ohne dass für einen Anspruch darauf hätten, sie wirklich zu begreifen.


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Ach Lieber Gott

erinnerungswert — geschrieben von sklavin23 @ 24 Dezember, 2007 12:12
Ach lieber Gott.... sie sagen, all diese Bilder seien menschenverachtend und böse.... diese Bilder machen Angst.... ach lieber Gott .... kannst wenigstens Du uns Menschen verstehen ?

Ach lieber Gott..... was ist schon böse und menschenverachtend in diesen Tagen, wo Jesus immer neu ans Kreuz geschlagen wird mit jedem iPod unter dem Baum, mit jedem Kurztrip in die Karibik, mit jedem überteuerten Eau de Toilette für den längst nicht mehr geliebten Mann.... wo sie die Türen zuschlagen vor denen, die müde und allein durch die Welt irren.... in ihren Armen das neugeborene Kind....

Was kann denn noch Angst machen in dieser besinnlichen Zeit.... wenn in Darfur zehnjährige Mädchen vergewaltigt werden, wenn in Ruanda ein Junge die Erinnerung sucht an Tage, als seine Arme noch nicht abgehackt waren, in Sao Paulo ein Strassenkind hofft, auch in dieser Nacht nicht erschlagen zu werden, in der ein Mädchen ertrinkt in den Armen seiner Mutter irgendwo vor Lampedusa....  in der Jesus stets neu stirbt mit jedem Kind, das vor Hunger verlöscht wie eine kleine Kerze....

Ach lieber Gott.... wir kleben grosse Jugenschutzaufkleber auf Computerspiele und alles wird gut..... wir stopfen Schokolade in dicke Kinder zum Gedenken an die Geburt Deines Sohnes..... wir bezahlen mit Blutgeld für immer neue Mauern um unsere Ignoranz und und wir verkleben unsere Augen und Ohren mit Regeln und Weihnachtsshows um das Böse zu verjagen.....

Ach lieber Gott.... wir wollen glauben SIE seien die Bösen und WIR die Guten. Wir nehmen den Fisch aus ihren Meeren und zahlen noch nicht einmal mit Glasperlen dafür... wir stehlen ihre Nahrung und stecken sie in den Tank unserer Autos... wir rauben ihre Schätze,  ihre Kinder, ihre Hoffnung... und wir verjagen sie von unserer Schwelle, wenn sie müde anklopfen und um etwas Glück bitten... wenn sie halbtot an unseren Stränden liegen oder lebende Leichen sind in den Käfigen der Lager.

Ach lieber Gott, aber wir wollen das alles ja gar nicht wissen.... wir wollen blind sein und taub.... wir wollen uns lieber aufregen, wenn ein Bild unsere Gewissheiten zerkratzt.... oder wenn auf unsere Lügen gezeigt wird.

Ach lieber Gott, wir sind so menschenverachtend in unserem Wegschauen und so unendlich verlogen in unseren Ritualen.

Ach lieber Gott .... ich weine jedesmal und ich bin so voll Zorn, dass mir die Stimme versagt ..... ach lieber Gott, kannst wenigstens Du uns Menschen verstehen ?

> Zum Weihnachtsfest

(Ton einschalten und nicht gegen die Tränen wehren)



Toleranz... und ein Weihnachtsmärchen

verwirrendes — geschrieben von sklavin23 @ 04 Dezember, 2007 12:01

Es gibt wohl dieses Missverstehen, das leise, heimtückisch durch Augen.... durch Ohren in Köpfe kriecht.... ein müder, boshafter Parasit der elektrischfunkelnden Synapsen....

Wieso sonst die Frage ......Toleranz ?

Ja natürlich..... Ja natürlich gibt es kein Richtig .... kein Falsch. Ja natürlich findet jede/r selbst, was und wie das Leben leben soll. Ja natürlich gibt es mehr als einen Weg .... manche breit und ausgetreten.... die meisten schmal.... versteckt.... verschlungen...Ja natürlich spreche ich für mich. Nicht für Dich. nicht für sie. nicht für ihn.

Wie könnte ich Regeln bestimmen wollen, die ich selbst nie verstehen könnte.... nie verstehen wollte..... nie zu meinen Regeln machen ? Meine Freiheit ist immer DEINE Freiheit.... die ich von dir fordere... und dir jederzeit gebe.

War das missverständnisfrei formuliert  ?

Aber erlaubt mir meinen Zorn über ..... "Tu dies nicht"... "Das ist krank".... "Das macht die nicht freiwillig"... über diesen Missklang aus vorwurfsvollen Blicken und beleidigtem Besserwissen.... Ich sage niemandem, welche Richtung die richtige Richtung ist und richte nicht über richtig und unrichtig.... und will meine richtige Richtung ohne Rechenschaft .... gehen.

Und .... bald ist ja Weihnachten ... und HW hatte die wunderbare Idee, einen Adventskalender basteln.... wie letztes Jahr... wie so vielevielevieleviele.... andere Adventskalender im Internet... zum an die Wand nageln... zum anschauen.... aufessen... langweilig finden ..... wie jedes Jahr.


....und weil Katja... Mirjam... Lisa und ich (und andere ?) auch mal eine Kaffee trinken... und einfach nur reden ..... und schon wieder einen Adventskalender als eine ganz bischen müde Idee sahen...... was wir natürlich niemals so offen gesagt hätten.... höchstens ein wenig angedeutet... wie es eine sklavin ja höchstens tun darf...

deshalb gibt es das hier ......wir mochten die Musik soooo sehr und haben mit HWs Hilfe alle möglichen Videoschnipsel des letzen Jahres zusammengeklebt...... und lieben es.



Nicht auf die Nieren schlagen.... und immer nach dem Safeword fragen

verwirrendes — geschrieben von sklavin23 @ 25 November, 2007 12:00
Dieses Jetzt, in dem mit Hartnäckigkeit von Beate U. und anderen selbsternannten Volks-und Ehehygienikern Handschellen in so viele unteren Schublade der IKEA-Nachttischschen gelegt wurden..... Jaaa, wir sind so frei, und wir schämen uns auch nicht..... (sei doch BITTE MAL LEISE ! .... die Kinder !!!)  Strapse und der Kitzel einer ..... Bondage !! (Baumarkt, Karabinerhaken 10Stk. 7,49€) im Ehebett (Lörlund, Kiefer, 248,-€ ... Und es kam eh nix im Fernsehen) .... ja Schatz, sicher Schatz... lange halt ich das aber nicht aus ! ......normaler Inzwischen als die Bibel in der oberen Schublade eines Hotel-Nachttischschens.

Und das ist auch gut so.

Und wir können jetzt über alles reden.

Und tolerieren sowieso. Heute kann doch jeder machen, worauf er Lust hat. Oder sie. (weiter)

Lehrzeit 1

die geschichte der S23 — geschrieben von sklavin23 @ 24 Oktober, 2007 20:00
Die Frau im Rollstuhl hatte immer die gleiche karierter Decke über ihren Körper gebreitet. Eigentlich sah ich überhaupt nur diese Decke..... und den viel zu großen Mantel darunter, indem man sie begraben hatte. Ihr Kopf in einem seltsam farblosen, dreieckigen Kopftuch aus dem nur die vogelähnliche, dünne Nase ragte.

Wenn ich nun daran denke, frage ich mich, ob es eine geheime Absprache zwischen dem Wagen und ihrem Rollstuhl gegeben hatte, denn immer, wenn sie von ihrem Sohn den Plattenweg vor dem Haus hinab geschoben wurde, genau in diesem Moment hielt der Wagen am Straßenrand und wenn der Rollstuhl dort angekommen war, stand die Klappe schon auf und der Fahrer war damit beschäftigt, metallische Schienen herauszuziehen, auf denen er den Rollstuhl gleich in den erhöhten, hinteren Teil des Wagens schieben würde. (weiter)
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